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PARTNERSUCHE: Online-Dating weckt schnell Erwartungen – Krise macht Menschen offener
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© dpa-tmn/Christin Klose

Der Lockdown ist für viele Singles eine besonders harte Zeit. Online-Dating-Plattformen boomen, denn Treffen in Cafés oder Bars fallen weg. Aber wie geht es nach dem virtuellen Kennenlernen weiter?

Viele Singles sind momentan zurückhaltender bei der Frage, ob aus einer virtuellen Begegnung eine von Angesicht zu Angesicht werden sollte, glaubt Michael Vogt. Er ist Ehe- und Familienberater sowie Professor an der Fakultät für Soziale Arbeit und Gesundheit an der Hochschule Coburg. „Die Menschen treffen sich derzeit länger im Netz und sind hier in einem sehr intensiven Austausch.“ Das schüre natürlich auch die Erwartungen an ein reales Treffen in der Zukunft.

Das wiederum sei einer der Nachteile beim Online-Dating, findet Wolfgang Krüger: „Hier wird das Pferd quasi von hinten aufgezäumt“, sagt der Psychologe und Autor aus Berlin. Beim ersten Schreiben oder Telefonieren entwickele man unter Umständen schnell intensive Gefühle. Um den anderen aber wirklich beurteilen zu können, brauche es ein persönliches Kennenlernen. Enttäuschungen sind dabei eingepreist – und das sei anstrengend.

Wie können Singles einen anderen Menschen momentan wirklich kennen lernen? „Ein erstes Date muss nicht immer in der Bar oder im Café stattfinden. Ein Treffen unter freiem Himmel, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Spaziergang, kann eine Möglichkeit sein, mehr über den anderen zu erfahren. Dabei lassen sich eventuell auch schon weitere Aktivitäten für die Zeit nach Corona planen.

Ein Treffen Im Freien hat auch Vorteile

Aber wie kann man beim Spaziergang Romantik einbringen, die eventuell bei einem Candle-Light-Dinner entstehen würde? „Romantik entsteht durch eine Stimmung, durch passende Fragen und eine Flirtstimmung, die dem anderen vermittelt: ,Alles ist möglich'“, sagt Krüger. Der Spaziergang im Park kann noch andere Vorteile haben: Vielen Menschen fällt es leichter, sich mit fremden Personen zu unterhalten, wenn man sich nicht gleich im Restaurant gegenüber sitzt.

Eric Hegmann ist Paarberater und Singlecoach in Hamburg. Er schlägt noch eine weitere Möglichkeit für ein Kennenlernen vor, die den aktuellen Zeiten angepasst ist: „Paare in Fernbeziehungen nutzen diese Variante schon länger: gemeinsam via Video kochen, Serien schauen oder Online-Konzerte und -Veranstaltungen besuchen.“

Besser sich nicht sofort daheim treffen

Von einem ersten Treffen in den eigenen 4 Wänden dagegen rät Markus Ernst, Psychologe aus Schleswig-Holstein, unbedingt ab. Letztlich handele es sich immer noch um einen fremden Menschen, dem man zum ersten Mal real begegnet. „Außerdem ist es wesentlich schwieriger, ein Date zu verlassen, wenn ich das Gefühl habe, es passt nicht oder die Situation unangenehm wird. Ein erstes Treffen sollte immer auf neutralem Boden stattfinden.“

Abgesehen von den Schwierigkeiten eines ersten Treffens macht es die jetzige Zeit vielleicht sogar leichter, einen Partner zu finden: „In Krisen öffnen sich Menschen anderen gegenüber emotional schneller, denn Smalltalk hilft nicht gegen Einsamkeit“, sagt Hegmann.

Viele Singles berichteten, die Gespräche wären tiefgründiger geworden, weil sie sich weniger um Themen wie Hobbys und Musikgeschmack, sondern mehr um die eigene Gesundheit oder finanzielle Nöte drehten. So öffne man sich dem anderen gegenüber schneller und mache sich verletzlicher, während die Selbstdarstellung in den Hintergrund rücke.

(dpa/tmn)

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