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Gibt es eine freie Wand, vor der nur wenige Möbel stehen? Oder wird eine solche gerade geplant? Dann ist dort genau der richtige Platz für eine Tapete – für ein extravagantes Bild oder das Motiv eines Dschungels…
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© Foto: Erismann/DTI/dpa-tmn

Das sind 2 der aktuellen Trends bei den Tapeten. Die Frage ist natürlich: Für welche Wohnräume eignen sich solche Extravaganzen? Ein Überblick – natürlich auch mit dezenteren Optionen.

 

Kunst für die eine fast möbelfreie Wand

Expressive Darstellungen, farbstarke Aquarelle und wirklich große grafische Muster – manche Tapeten könnten auch im Museum hängen. Trendanalysten glauben: Wer im Vor-Corona-Leben viel unterwegs war und jetzt hingegen vermehrt zu Hause bleiben muss, der holt sich das besondere Kunsterlebnis eben über solche Tapeten quasi ins Haus.

Trends brauchen immer ein paar Jahre von ihrem ersten Erscheinen hin zu einem Höhepunkt. Daher sind die künstlerischen Tapeten auch nicht ganz neu. Aber die Motive sind farbig, expressiv und knallig geworden. Damit beklebt man natürlich nur eine Wand. Das tun eher Menschen, denen die Einrichtung wichtig ist. Und sie brauchen eine Wand, die die Werke tragen kann: So eine Tapete hängt nicht an der kleinen Wand im Flur, an der man vorbeigeht und das Motiv gar nicht richtig wahrnimmt. Sondern da muss schon die schönste und sichtbarste Wand im Wohnzimmer oder Esszimmer her, damit man sich das aus ein paar Metern Entfernung anschauen kann.

Das Motiv sollte dann auch nicht versteckt werden: Davor sind Einzelstücke wie ein besonderer Sessel, ein farblich passendes Sofa oder eine kleine Kommode schön.

 

Heimische Pflanzenmotive für ganze Räume

Der Gegentrend sind dezentere Pflanzenmotive, oft in zarten Farben. Auch das hat man schon einmal gesehen und ist irgendwie altbekannt. Trotzdem sind die Tapeten mit Blumen und Pflanzen, die 2022 in den Handel kommen, etwas anders.

Einige Motive sind in ihrer Farb- und Motivwirkung stärker denn je. Bei manchen Motiven könnte man denken, das hängt schon lange bei der Oma. Auffallend ist, dass es 2022 auch heimische Pflanzen an die Wand schaffen – ganz nach dem Trend zum Regionalen.

Die Pflanzenmotive setzen sich farblich von knalligeren Trends an der Wand ab. Und dazu passt eigentlich jeder Einrichtungsstil und jede Kombination. Und es können größere Möbel davorstehen, Schränke zum Beispiel. Das ist auch am ehesten jener Tapetenstil, den man sich auf mehreren Wänden zugleich im Raum vorstellen kann.

 

Dschungelbilder für die Wände als Blickfang

Ebenfalls Pflanzen, aber in ganz anderer Aufmachung und Farbkraft, zeigen die Dschungel- Tapeten. Das ist ein Trend der vergangenen Jahre, der bleibt – aus guten Gründen. Im Unterschied zu den früheren Jahren wurden die Motive noch weiter ausdifferenziert, man hat noch mehr Pflanzenarten auf den Tapeten.

Außerdem handelt es sich dabei auch oft um komplette Wandbilder statt nur um ein sich wiederholendes Muster auf den Rollen. Denn mittlerweile sind die meisten Hersteller in der Lage, komplette Bilder passend für die jeweiligen Wandmaße eines Kunden zu produzieren. Und das bietet sich bei diesem Thema auch an.

Der Hauptunterschied zur den Wandkleidern mit der heimischen Blumenwelt: Die Dschungelwelt ist etwas Exklusiveres und Knalligeres. Sie steht für die Sehnsucht nach Reisen und Abenteuer. Auch sie ist etwas zum Vorzeigen, wo davorstehende Möbel eher Beiwerk sind.

 

Passendes fürs dezente, aber schicke Interieur:

Wiederum eine auf den ersten Blick unauffällige, aber beim genauen Hinschauen ebenfalls exklusive Wand-Mode lässt sich mit „Natürlicher Luxus“ überschreiben. Dahinter stecken Tapeten, die wie Handarbeiten wirken – gestrickt, gewebt, getupft. Teils sind sie das sogar, teils wirkt der Druck nur so.

Diese Tapeten sprechen jene an, die edle Teppiche und Möbel mit passenden Wänden begleiten wollen. Hier muss alles miteinander harmonieren. Um ein Beispiel zu nennen: Die Stühle tragen das Wiener Geflecht, dann soll die Wand das auch zeigen. Das passt etwa zu einer Einrichtung mit viel Holz und schlichten Formen.

 

Simone Andrea Mayer

Quelle: Dolomiten-Spezial Bauen - April 2022

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