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Hilfsmittel: Feuerlöscher muss nicht im Auto dabei sein, ist aber nützlich – Sicher und zugänglich montieren
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© dpa-tmn/Christin Klose

Zur Grundausstattung eines Autos zählen Rettungsweste, Warndreieck und im Winter Schneeketten – aber kein Feuerlöscher. Gleichwohl gilt er Experten als sinnvolles Zubehör.

Was mit einem kleinen Schmorbrand unter der Motorhaube anfängt, kann sich schnell zu einem großen Feuer ausweiten, wenn der Brandherd nicht sofort gelöscht wird. Doch in vielen Autos fehlt ein Feuerlöscher.

„Einen Feuerlöscher im Auto zu haben ist in Deutschland  (und in Italien, Anm.d.Red.) zwar nicht verpflichtend, aber für den Notfall in jedem Fall sinnvoll. Teure Totalschäden wären so in vielen Brandfällen vermeidbar“, sagt Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). Zumal die Anschaffungskosten für einen Pulver-Feuerlöscher recht überschaubar seien.

Auch Jan Ole Unger von der Feuerwehr Hamburg hält einen Feuerlöscher im Auto für absolut sinnvoll: „Entstehungsbrände können damit gelöscht werden, wie etwa ein beginnender Kabelbrand, aus dem schnell mehr entstehen kann.“

Wer vorbereitet sein will, findet im Zubehörhandel eine Vielzahl an Feuerlöscher-Modellen für Autos. Am besten eignen sich laut Unger 2-Kilo-Löscher, die sich beispielsweise im Kofferraum oder im Fußraum hinter dem Sitz gut verstauen lassen. „Hier sollte man sich unbedingt an die Installationshinweise des Herstellers halten.“

Auch muss der Löscher sicher befestigt werden, so Heinze – und zwar dort, wo er im Notfall schnell zugänglich ist, etwa im Fußraum der Beifahrerseite oder an den Sitzen. Käufer sollten darauf achten, dass der Feuerlöscher der europaweiten Norm DIN EN 3 entspricht und frostsicher ist, rät Brandschutzexperte Mathias Obst, langjähriger Chefredakteur der Fachzeitschrift „Feuerwehr Retten Löschen Bergen“.

Inhalt und Füllmenge seien entscheidend für den Löscherfolg: „Die im Handel befindlichen Löschsprays zum Beispiel eignen sich kaum zum Löschen bei Fahrzeugbränden, weil deren Inhalt zu gering und der Druck nicht ausreichend ist“, sagt Obst.

Die meisten Feuerlöscher funktionieren mit ABC-Pulver. „Damit werden alle 3 Brandklassen abgedeckt: feste Stoffe, Flüssigkeitsbrände und Gasbrände. Schaumlöscher dagegen sind nur für die Brandklassen A und B geeignet“, erklärt Heinze. Auch hätten Pulverlöscher bei gleicher Füllmenge eine deutlich höhere Löschleistung.

Wichtig ist die richtige Löschtechnik. „Hier sollte versucht werden, das Glutnest mit kurzen Stößen zu bekämpfen, weil so ein 2-Kilo-Löscher ansonsten schon nach 12 Sekunden leer ist“, sagt Brandschutzexperte Obst. Nachteil des Pulvers seien allerdings die starken Rückstände: Einmal ausgeblasen, setze sich das feine Pulver in jede Ritze und sei auch nur sehr schwer wieder zu entfernen.

Ein Schaumlöscher hingegen richtet kaum Folgeschäden an, kann aber nicht bei Gasbränden eingesetzt werden. „Von Vorteil ist die einfache Handhabung, denn man löscht mit einem Wasserstrahl, ähnlich dem eines Gartenschlauches“, sagt Obst. „Beim Pulverlöscher dagegen wird das Löschmittel mit großer Wucht herausgeschleudert, was manchen Anwender überfordern könnte.“ Der Nachteil der Schaumlöscher sei allerdings ein höherer Anschaffungspreis.

Regelmäßige Wartung

Einmal angeschafft, können Feuerlöscher weit mehr als 10  Jahre einsatzfähig bleiben. „Wichtig ist aber, dass sie regelmäßig gewartet werden“, sagt Heinze. Der Prüfzyklus sieht in der Regel alle 2 Jahre eine Wartung durch den Hersteller oder einen Fachbetrieb vor. An Modellen mit einem Manometer kann der Druckzustand abgelesen werden und damit auch, ob der Löscher tatsächlich einsatzbereit ist.

Ob Pulver- oder Schaumlöscher: Beide Varianten sind geeignet sowohl für Verbrennerfahrzeuge als auch für E-Autos. „Entscheidend ist immer der Brandfortschritt. Ein beginnender Kabelbrand lässt sich bei jedem Fahrzeug mit den gängigen Feuerlöschern bekämpfen“, sagt Feuerwehr-Experte Unger. Steht ein Auto voll in Flammen, sei mit einem 2-Kilo-Löscher bei keinem Fahrzeug mehr viel auszurichten.

(dpa/tmn)

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