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Sommerzeit: Weg mit Honigtau und Vogelkot: Die besten Tipps und Tricks der Experten
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© dpa-tmn/Andrea Warnecke

Wer unter Laternen und Bäumen parkt, kriegt schnell zu viel: Gestern erst in der Waschanlage, heute schon eine klebrige Schicht oder Vogelkot auf dem Blech. Wie jetzt Lackschäden vermieden werden.

Vogelkot, Harze von Bäumen oder der sogenannte Honigtau, die sich auf der Karosserie absetzen, sind ein Ärgernis. Was ist zu tun, damit solche Umwelteinwirkungen keine dauerhaften Auswirkungen auf den Lack haben?

Vogelkot: Eile ist geboten
Bei Vogelkot sollte man sich schnell ans Putzen machen. Um Schäden an der Lackoberfläche zu vermeiden, zähle jede Stunde, warnt Christian Petzoldt, Spezialist für Autopflege aus Hagen. Auf einer Fläche ohne gute Konservierung des Lacks könnten schon 2 Stunden, nachdem ein Vogel sein Geschäft zurückgelassen hat, Schattenbildungen zurückbleiben. Je nachdem, wie lange der Kot einwirkt, könne der Lack auch in weiteren Schichten geschädigt werden. Eine verätzte Vertiefung kann das Resultat sein, so Petzoldt. Je nach Tiefe kann ein Profi den Schaden durch Schleifen oder Polieren beheben. Doch es kommt vor, dass das entsprechende Teil nachlackiert werden muss. Gut also, wenn die Kotflecken schnell entdeckt werden. Sind sie noch weich, können sie mit Wasser abgespült werden – zum Beispiel an der nächsten Tanke, wo oft Gießkannen an den Zapfsäulen parat stehen.

Vorsicht mit nassem Tuch
Bleibt ein kalkartiger Rand oder ist der Kot schon härter, ist mehr Vorsicht geboten. Denn wer jetzt rubbelt, kann den Lack verkratzen. Petzoldt rät deshalb, ein nasses Tuch einige Zeit auf die betreffende Stelle einwirken zu lassen und anschließend die Reste vorsichtig aufzunehmen, statt das Tuch hin- und herzubewegen. Der Reinigungs-Profi rät Autofahrern, die zum Beispiel als Laternenparker unter Bäumen oft Vogelkot auf dem Lack vorfinden, immer eine Flasche mit Wasser oder Seifenwasser und ein weiches Mikrofasertuch oder eine Küchentuchrolle an Bord zu haben. Für schnelles Eingreifen eignet sich auch ein sogenannter Detailer – ein spezieller Sprühreiniger für Kfz-Oberflächen, ab rund 10 Euro im Zubehörhandel erhältlich. Wer nichts Besseres zur Hand hat, kann bei weniger hartnäckigen Fällen aber auch auf Papiertücher aus dem Spender an der Tankstelle zurückgreifen.

Klebriger Gruß vom Baum
Aber nicht nur der Kot von Vögeln kann dem Lack zusetzen – auch in Form von Baumharzen droht Ungemach. Im Sommer sondern vor allem Nadelbäume viel klebriges Harz ab, berichtet der ADAC auf seiner Seite. Auch Harz von Laubbäumen wie Pappeln, Birken und Ahorn kann dem Autolack zusetzen. Harz tropft dabei nicht nur direkt auf unter Bäumen parkende Autos, auch fallende Blätter oder Nadeln tragen es weiter. Sobald es aushärtet, wird es laut ADAC schwierig, Flecken auf dem Lack wegzubekommen. Auch hier gilt: Je länger die Einwirkzeit, desto höher das Risiko einer Lackschädigung, die nicht nur optisch ausfallen kann. Denn die verfärbte Stelle macht die Oberfläche angreifbar für weitere Umwelteinflüsse. Ein steinharter Harzfleck lasse sich zudem fast gar nicht mehr oder nur mit großem Aufwand entfernen. Also: Die Uhr läuft – wie beim Vogelkot.

Schnell in die Waschanlage
Ist Harz auf dem Blech noch weich, sorgt eine Fahrt durch die Waschanlage meist schon für Abhilfe. Vorbildlich handelt, wer das Auto vorab auf weitere Flecken absucht und diese mit heißem Wasser und weichem Schwamm vorbehandelt, so der ADAC. Programm mit Vorwäsche wählen. Bei manchen Flecken mag das allein aber nicht ausreichen. Dann muss mit heißem Seifenwasser und einem weichen Tuch nachgearbeitet werden – kreisende Bewegungen und leichter Druck sind anders als beim Vogelkot bei Harz erlaubt. Tipp vom ADAC: zwischendurch das Putzwasser wechseln, um das Harz nicht immer wieder neu auf dem Lack zu verteilen.
Ist die Verschmutzung hartnäckiger, können Spezialmittel wie Baumharzentferner zum Erfolg führen. Der Autofahrerclub rät dazu, die Stelle abschließend gründlich mit klarem Wasser zu reinigen. Das soll verhindern, dass das Mittel den Lack angreift
Bevor Halter Geld für Spezialreiniger ausgeben, können sie Hausmittel eine Chance geben. Öle und Fette aus der Küche können Harze ebenfalls aufweichen – das braucht aber ein „paar Stunden Einwirkzeit“, so der ADAC.
Soll es schneller gehen, kann man dem Harz alternativ mit einem Universalkriechöl zu Leibe rücken. Schon nach kurzem Einwirken sollte sich das Harz mit einem Tuch aufnehmen lassen – notfalls das Ganze mehrfach wiederholen. Auch ein Türschlossenteiser kann ausprobiert werden. Aber Vorsicht, der sollte nur 5 Minuten einwirken. Egal wie das Harz abgeht: Abschließend gehört die Stelle mit Autowachs neu versiegelt.

Hartnäckiger Honigtau
Honigtau ist bekannt dafür, dass er sich wie ein klebriger Film auf dem Blech ausbreitet, und auch er kann hässliche Flecken verursachen. Die gute Nachricht: Das zuckerhaltige Sekret von kleinen Insekten wie Blattläusen ist wasserlöslich und lässt sich wesentlich leichter entfernen als Harz. Blütenstaub allein kann unproblematisch sein. Legt sich nur Blütenstaub aufs Auto, ist das oft unproblematisch. „So lange der reine Blütenstaub trocken ist, sich auch wegpusten lassen könnte, ist keine Eile nötig“, sagt Christian Petzoldt. Es reicht, wenn er bei der ohnehin geplanten Autowäsche runterkommt. Doch ist die Luftfeuchtigkeit hoch, oder regnet es kurz, geht der Weg doch besser direkt zur Waschanlage oder Waschbox. Denn ansonsten kann die Mischung je nach Art der Blüten bei längerer Einwirkzeit ab etwa einer Woche doch zu Mattierungen auf der Lackoberfläche führen – die sich umso schwerer wegpolieren lassen, je länger damit gewartet wird. (dpa/tmn)

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