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RATGEBER: Auch Nettigkeiten müssen zum rechten Zeitpunkt in der richtigen Verpackung präsentiert werden.

Etwas Nettes sagen. Das ist oft schwerer, als es sich anhört. Dating-Coach Vanessa Gericke erklärt, wie man Komplimente gekonnt formuliert und welche nur Scheinkomplimente sind.
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© Shutterstock

Es ist nicht so einfach, Komplimente zu machen. Manche verkneifen sich anerkennende Worte immer wieder: Aus Angst, falsch anzukommen, anzuecken oder als Schleimer rüberzukommen. „Schade“ sei das, sagt Vanessa Gericke, psychologische und systemische Beraterin sowie Dating-Coach aus Frankfurt am Main. „Dafür bedarf es nur etwas Fingerspitzengefühl.“ Sie rät zu mehr Mut mit den netten Worten: Mit einem schönen Kompliment lasse sich nicht nur der Tag seines Gegenübers versüßen, sondern auch der eigene, verspricht Gericke.

 

Wie verhindere ich, dass ein gut gemeintes Kompliment am Arbeitsplatz missverstanden wird?

Vanessa Gericke: Komplimente in der Arbeitswelt würde ich weniger persönlich halten. Es sollten eher Kompetenz und Leistung gelobt werden. Zum Beispiel: „Mensch, Sie liefern immer Arbeit auf dem höchstem Niveau ab.“ So ein Kompliment würde ich aber nicht zu inflationär nutzen, eher alle halbe Jahre.

Wer Komplimente im Kollegenkreis macht, achtet besser auch darauf, dass sie geschlechterunspezifisch und ohne Klischees sind – also Männer nicht für Durchsetzungskraft und Frauen für Organisationstalent loben. Geeigneter sind Komplimente, die auf ein tolles Arbeitsklima abzielen, etwa „Toll, wie du andere motivieren kannst!“ oder „Danke, du bist immer so fürsorglich.“ Einer Frohnatur könnte man etwa auch bescheinigen: „Deine gute Laune ist total ansteckend. Die macht mir einen guten Tag.“ Gibt es einen Kollegen, der anderen immer die Tür aufhält, kann man darauf mit einem „Mensch, du bist immer so hilfsbereit“ reagieren. Das sollte allerdings sofort geschehen und nicht 5 Minuten später.

 

Wie mache ich fremden Menschen ein schönes Kompliment, ohne dass es plump oder flirty rüberkommt?

Gericke: Das alte „Sie haben so schöne Augen, würden Sie mit mir einen Kaffee trinken gehen?“ geht gar nicht. Aber um jemanden ohne Hintergedanken den Tag zu verschönern, kann man auf den guten Geschmack abzielen und dann eine Frage anschließen. Warum nicht jemandem in einem Geschäft fragen: „Sie sehen aus, als hätten Sie einen tollen Geschmack, darf ich Sie mal um einen Rat bitten?“ Um einen Small Talk mit einem Kompliment zu beginnen, könnte man auch so vorgehen: „Du hast aber ein tolles Armband. Gibt es da auch eine tolle Geschichte dazu?“

 

Was sollte man lieber nicht loben?

Gericke: Bei Komplimenten sollte man nichts loben, das jemand genetisch mitbekommen hat. Statt der „tollen blauen Augen“ geht man da auch wieder auf den Geschmack oder die Eigenschaften und sagt: „Was du trägst, unterstreicht deine Augenfarbe.“ Oder statt „Sie können aber toll Klavier spielen“ kommt folgender Satz besonders an: „Das hat sicher viel Geduld und Hingabe gekostet, dass Sie jetzt so toll spielen können.“

Auch die Körpersprache spielt bei Komplimenten eine Rolle. Während es beim Flirten als Geheimtipp gilt, auch mal wie zufällig den Arm zu berühren, sollte man das lassen, wenn es „nur“ um ein Kompliment geht. In dem Sinne sind weitere No-Gos, dem Gegenüber zu tief in die Augen zu schauen oder auf die Schulter zu klopfen. Sitzt man an einem Tisch, ist es auch heikel, sich während eines Kompliments zu sehr vor- oder zurückzulehnen. Das Zurücklehnen kann als „Komm, verführ mich!“ rüberkommen, das Vorlehnen als „Ich mach gleich was mit dir“.

 

Gibt es Situationen, wo man sich Komplimente lieber verkneifen sollte?

Gericke: Ja, wenn es keine echten Komplimente sind. Klassische Scheinkomplimente sind etwa „Du bist so liebenswert und klug. Warum bist du eigentlich noch Single?“ oder „Für dein Alter siehst du noch ganz gut aus.“. Hüten würde ich mich auch vor dem Satz: „In diesem Kleid siehst du aber schlank aus.“ Noch grenzwertiger ist dieses faule Kompliment: „Ach, ist das ein tolles Kleid. Ich könnte das ja nicht tragen, aber an dir sieht es klasse aus.“ Übersetzt steht das eher dafür, dass es wohl ein schreckliches Kleid ist oder ich eine unattraktive Person: Also ich kann das ja tragen, weil ich eh nicht so toll aussehe. Bevor man so ins Fettnäpfchen tritt, sollte man immer die Gegenprobe machen: Würde ich das selbst hören wollen? (dpa/tmn)

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