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Mitarbeiterführung: Das sagen Karriereberater – Diese 10 Eigenschaften machen einen guten Vorgesetzten aus:
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Wie sieht Ihr Traum-Chef aus? Cholerisch und immer mies gelaunt? Sicher nicht. Ängstlich, empfindlich, unsicher? Ebenfalls nein. Also hart, aber fair? Schon eher. Experten zufolge sind es aber 10 Eigenschaften, die einen guten Vorgesetzten ausmachen.

1. Eine Vision haben:

Es geht nicht darum, der beste, schnellste oder erfolgreichste zu sein. Aber ein guter Chef braucht eine Vision. „Es sollte jemand sein, der Menschen begeistern kann, der sich selber für etwas begeistert und andere mitzieht“, sagt Doris Brenner, Karriereberaterin aus Rödermark bei Frankfurt am Main. Nur wer seinen Mitarbeitern ein Ziel gibt, für das sie brennen, erreicht, dass sie mitmachen – freiwillig und engagiert.

2. Druck standhalten:

Erwartungen von oben, Beschwerden von unten – jeder Vorgesetzte hängt in einer Sandwich-Position zwischen den Hierarchieebenen und muss das aushalten können. „Eine gute Führungskraft braucht eine gereifte Persönlichkeit und Stärke“, erläutert Brenner. „Ein Chef sollte sein Verhalten steuern können und nicht seinen Emotionen hilflos ausgeliefert sein.“ Also kein Tyrann, der sofort losschreit, aber auch niemand, der bei Problemen in sich zusammenfällt. Nur dann kann man Druck von oben abfedern, statt ihn eins zu eins an die Mitarbeiter weiterzugeben.

 3. Mitarbeiter fördern:

„Gute Chefs haben gute Leute und mittelmäßige Chefs haben schlechte Leute“, sagt die Karriereberaterin. Viele Vorgesetzte halten ihre Mitarbeiter klein, verbuchen Erfolge nur für sich – ob aus Eitelkeit oder Angst um ihren Status. „Das ist genau der falsche Weg“, sagt Brenner. Die Mitarbeiter fühlten sich nicht wertgeschätzt, würden demotiviert. „Man muss die Leute auch etwas werden lassen.“ Ein guter Chef unterstützt, lässt Freiheiten, überträgt Verantwortung, fördert und fordert – ohne zu überfordern. Und stellt sich, wenn etwas schief geht, vor seine Leute.

 4. Auf Stärken besinnen:

„Wer versucht, Schwächen auszugleichen, erzeugt Mittelmaß“, sagt Alexander Groth, Führungskräfte-Coach aus der Nähe von Frankfurt am Main. „Gute Chefs konzentrieren sich auf die Stärken der einzelnen Mitarbeiter und bauen sie gezielt aus“, sagt der Autor und Redner. Nur dann erziele ein Team Spitzenleistungen.

5. Loben:

Groth ist der Ansicht: Gerade deutsche Vorgesetzte heben zu oft das Negative hervor. „Viele kritisieren zu viel und geben zu wenig positives Feedback“, sagt der Führungsexperte. Dabei sei Anerkennung nach einem Erfolg einer der stärksten Motivatoren. Und ein großes Bedürfnis des Menschen obendrein.

 6. Zuhören:

„Ich kann einem Mitarbeiter klarmachen, dass er ein Wurm ist und unwichtig. Oder ich zeige ihm, dass mich seine Meinung interessiert“, sagt Karriereberater Jürgen Hesse aus Berlin. Wer etwas loswerden darf, fühlt sich erleichtert. „Der Gedanke: ,Mein Chef gibt mir Raum' ist sehr wichtig“, sagt der Diplom-Psychologe.  Es komme aber auf wahres Zuhören an, ergänzt Groth: „Man muss ehrlich verstehen wollen, was der Mitarbeiter sagt – statt in Gedanken schon das nächste Meeting zu planen.“

7. Fehler eingestehen:

Eine Entscheidung war falsch? Kann passieren. Es kommt darauf an, wie man damit umgeht. „Ein Chef darf Fehler machen“, sagt Hesse. Wichtig sei ein gutes Maß an Selbstreflexion. „Chefs, die sich auch mal zurücknehmen und Fehler eingestehen, steigen in der Achtung ihrer Mitarbeiter.“ Wer jedoch dauernd Fehler mache, sollte darauf nicht bauen.

8. Grenzen setzen:

Keiner will einen weichgespülten Chef, der nicht zeigt, wo es langgeht. „Ein guter Vorgesetzter braucht Durchsetzungsvermögen, Geradlinigkeit, eine gewisse Härte“, sagt Doris Brenner. Wichtig sei das Wie, etwa bei Kündigungen. „Man muss sich auch mal von einem Mitarbeiter trennen, wenn es nicht funktioniert“, ergänzt Hesse. „Das sind die Spielregeln. Aber es sollte menschlich korrekt zugehen.“

9. Gerecht sein:

Dazu ist Gespür und Bewusstsein für die Mitarbeiter gefragt. „Man kann nicht alle gleich behandeln“, sagt Brenner. Jeder sei individuell, habe andere Stärken und Schwächen. „Ein guter Chef führt menschenbezogen.“ Das habe nichts mit Ungerechtigkeit zu tun: „Ich muss gucken, was der einzelne braucht“, erklärt die Personalentwicklerin. Dafür müsse man aber wissen, was im Team los ist: „Ich muss die Antennen offen halten und darf den Bezug zu meinen Mitarbeitern nicht verlieren.“

10. Seine Rolle verstehen:

Was hat der Chef mit Vater und Mutter gemein? Sehr viel, sagt Jürgen Hesse. Der Arbeitsplatz sei eine Reinszenierung der Familiensituation: „Führung ist etwas, das wir aus unserer Kindheit kennen. Wer über andere Leute bestimmt, sollte sich das psychologisch verdeutlichen“, erläutert Hesse, der zahlreiche Bücher zum Thema Karriere und Arbeitswelt veröffentlicht hat. In der Gefühlswelt eines Erwachsenen sei noch viel vom Kind übrig. „Ein guter Chef ist sich seiner Rolle als Ersatzvater und -mutter bewusst. Er überlegt sich, was er an seinen Eltern gut fand – und geht pfleglich mit seinen ,Kindern' um.“ (dpa/tmn)

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