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Emotionen im JobEmotionen im Job
Karola G von Pexels

Weinen am Arbeitsplatz

Icon Calendar28.01.2026

Emotionen – die unsichtbare Kraft für Erfolg und Wohlbefinden

Hast du schon mal bei der Arbeit geweint? Gut! Sofern du das nicht versteckt tun musstest. Damit hast du einen Mechanismus für Stressabbau angewandt und deinen Gefühlen Ausdruck verliehen. Wie kann man als Arbeitgeber eine solche Schutzatmosphäre für Mitarbeiter schaffen, und warum ist Weinen gut fürs Geschäft? 

Emotionen spielen eine entscheidende Rolle – im privaten Umfeld sowieso, aber auch im Arbeitsleben. Sie beeinflussen nicht nur die eigene Leistung, sondern auch die Zusammenarbeit im Team und damit das allgemeine Betriebsklima. Wenn das persönliche Befinden, insbesondere das Weinen jedoch unterdrückt und bei der Arbeit eine immerzu neutrale Fassade erwartet wird, kann das langfristig negative Auswirkungen haben. Nicht nur für den individuellen Mitarbeiter, bei dem sich alles anstaut und der möglicherweise in eine emotionale Krise gerät, sondern auch für das Miteinander im Unternehmen. Gerade wenn es um diese vermeintlich „extremen“ oder negativen Emotionen wie Weinen geht, wird oft noch mit dem Kopf geschüttelt – schließlich gehört sich das nicht in einem professionellen Umfeld. Doch in Wirklichkeit ist es ein natürlicher Ausdruck von Menschlichkeit und sollte für ein gesundes Arbeitsklima anerkannt werden.

Wenn die Tränen fließen

Weinen hat viele Ursachen und kann – wir kennen es alle selbst – in den unterschiedlichsten Situationen auftreten. Neben den positiven Aspekten wie Freude ist es oft Ausdruck von Stress, Überforderung oder anderen persönlichen Herausforderungen, die im Arbeitsalltag auftreten können. So ergab eine umfassende Studie eines US-amerikanischen Jobportals, dass Weinen am Arbeitsplatz alles andere als selten vorkommt. Unter den 3000 Befragten gaben beeindruckende 50 Prozent an, dass sie schon mal bei der Arbeit geweint haben. Dabei waren Vorgesetzte oder Kollegen sowie eine zu hohe Arbeitsbelastung die Hauptgründe für diesen emotionalen Ausbruch. Wer weint, kann loslassen, Druck abbauen und nachweislich Stress reduzieren – all dies sind wichtige Bewältigungsmechanismen des Körpers, die geradezu als Katharsis wirken und damit wichtig für das psychische Wohlbefinden sind.

Wer am Arbeitsplatz weinen kann, fühlt sich sicherer und hat das Gefühl, seine Emotionen offenbaren zu dürfen, ohne ständig eine Fassade aufrechterhalten zu müssen. Diese Offenheit kann zu einer stärkeren Bindung innerhalb des Teams führen und somit auch zum langfristigen Erfolg des Unternehmens beitragen. Indem Mitarbeiter ihre Gefühle teilen können, entsteht ein unterstützendes Umfeld, in dem jeder Einzelne wertgeschätzt wird.

Im Kontext

Wie Weinen von Kollegen wahrgenommen wird, hat auch mit der Situation zu tun. Ein plötzlicher Gefühlsausbruch während eines Meetings könnte weniger angebracht erscheinen als in einem persönlichen Gespräch unter vier Augen. In einem solchen vertraulichen Rahmen kann das Weinen sogar Verständnis und Empathie fördern – immer unter der Prämisse, dass Weinen nicht als Druckmittel eingesetzt wird, sondern als Spiegelung des tatsächlichen Empfindens dient.

Schulungen, die ein respektvolles und verständnisvolles Miteinander fördern, können helfen, solchen Situationen mit starken Gefühlen gekonnt zu begegnen und Missverständnisse zu vermeiden. Klar ist: Weinen sollte nicht als Schwäche interpretiert werden. Vielmehr sollte es als Zeichen gesehen werden, dass Unterstützung benötigt wird und das Gegenüber unter Druck steht. Wer Vertrauen stärken will, reagiert hier sensibel und auf Augenhöhe. Überhaupt sind Menschen, die Emotionen anderer wahrnehmen können und empathisch reagieren, mit einer höheren emotionalen Intelligenz ausgestattet. Diese Fähigkeit führt nicht nur zu einem besseren Kommunikationsvermögen, sondern auch zu einem erhöhten Konfliktlösungspotenzial innerhalb des Teams.

Dos and Don’ts im Umgang mit Emotionen am Arbeitsplatz

Was man tun sollte

  1. Fördere offene Kommunikation
    Schaff eine Atmosphäre, in der Mitarbeiter und Kollegen ihre Gefühle ausdrücken können. Regelmäßige Feedbackgespräche oder Teambesprechungen bieten Raum für den Austausch. 

  2. Achte auf emotionale Intelligenz
    Schule deine Führungskräfte und Mitarbeiter in emotionaler Intelligenz. Ein empathischer Führungsstil kann das Vertrauen stärken und die Motivation erhöhen.

  3. Erkenne emotionale Signale
    Sei aufmerksam gegenüber den Emotionen deiner Kollegen. Ein ehrlich gemeintes „Wie geht es dir?“ kann viel bewirken und zeigt, dass du dich kümmerst. Gib Raum für eine offene Antwort.

  4. Biete Unterstützung an
    Stell Ressourcen wie Coaching oder psychologische Unterstützung zur Verfügung, um Mitarbeitern bei emotionalen Herausforderungen zu helfen. 

  5. Feiere Erfolge
    Anerkennung motiviert! Feiere sowohl kleine als auch große Erfolge im Team, um positive Emotionen zu fördern.

Folgendes sollte vermieden werden

  1. Keine Verdrängung
    Verdränge oder ignoriere negative Gefühle nicht; diese können sich auf lange Sicht negativ auf das Teamklima auswirken. Gib ihnen viel mehr Platz und überlege, woher sie kommen und wie sie in positive Gefühle umgewandelt werden können.

  2. Vermeide Schuldzuweisungen
    In stressigen Situationen neigen Menschen dazu, andere für Probleme verantwortlich zu machen. Stattdessen sollte gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden. 

  3. Kein Wegschauen
    Versuche, die Gefühle der anderen wahrzunehmen. Biete Hilfe an und hör zu. 

  4. Das Wohlbefinden im Blick
    Achte darauf, dass das Wohlbefinden deiner Mitarbeiter nicht in den Hintergrund gedrängt wird – langfristige Überlastungen können zu Burnout führen.

  5. Emotionen als Schwäche
    Betrachte Emotionen nicht als Zeichen von Schwäche; sie sind ein natürlicher Teil des menschlichen Erlebens und können wertvolle Einsichten liefern.

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