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Elektroautos verkaufen sich immer besser. Bei der Entscheidung für ein Modell sollten Kunden über passende Lademöglichkeit nachdenken. Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Wallboxen.
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© Florian Schuh/ dpa-tmn

Elektroautos fahren lokal emissionsfrei und tanken Strom aus der Steckdose. Nur: Wer den Akku an der Haushaltssteckdose auffrischt, muss Geduld mitbringen. Der Ladevorgang dauert oft stundenlang und empfiehlt sich deshalb über Nacht. Eine gute Alternative kann daher eine Wallbox sein.

 

Für wen eignet sich eine Wallbox?

Sinn ergeben Wallboxen für Halter von Plug-in-Hybrid- Fahrzeugen und E-Autos, die über eine Garage oder privaten Stellplatz mit Stromanschluss verfügen. Mit einer Wallbox steigert ein E-Auto-Besitzer den Betriebskomfort. Er steigt jeden Morgen in ein vollgeladenes Auto.

 

Welche Vorteile bietet eine Wallbox?

Wallboxen beschleunigen den Ladevorgang enorm. Zum Vergleich: Mit zum Beispiel 2,7 Kilowattstunden (kWh) und abgeregelten 10 Ampere dauert es mehr als 10 Stunden, eine 30-kWh Batterie zu füllen. Wallboxen sind extra für hohen Dauerstrom ausgelegt. Moderne Anlagen kommunizierten neben dem Fahrzeug auch mit dem Netzbetreiber. So sollen sich etwa Ladelastspitzen vermeiden lassen, wenn eine Überlastung des Stromnetzes droht. Hinzu kommt: Das Laden über eine Wallbox ist laut TÜV sicherer als über die Haushaltssteckdose.

 

Warum kann das Laden per Haushaltssteckdose gefährlich werden?

Die lange Ladezeit belastet das häusliche Stromnetz dauerhaft. Es fließt hoher Strom über eine lange Zeit über eine elektrische Anlage, die dafür nicht ausgelegt ist. Bei Überlastung kann es zum Kurzschluss oder gar zu einem Brand kommen. In Garagen von Mehrfamilienhäusern gibt es zudem oft nur einen gemeinsamen Anschluss bzw. Zähler: Wird dort ein Auto geladen und jemand anders betätigt ein elektrisches Garagentor, kann schon die Sicherung „fliegen“. Den Strom für das Auto zahlen im ungünstigsten Fall auch alle mit…

 

Welche Leistung sollte eine Wallbox besitzen?

Experten raten zu einer 11-kWAnlage, die die Batterie mit 3 Phasen laden kann. Wallboxen mit 11 Kilowatt Ladeleistung laden die allermeisten Batterien über Nacht vollständig auf. Und 3 kW genügen in der Regel, um den täglichen Strombedarf eines E-Autos über Nacht nachzutanken. Kunden können sich zwar auch für 22-kW-Boxen entscheiden, doch die sind teurer und lassen aufgrund der höheren Ladegeschwindigkeit die Batterie schneller verschleißen. Angeboten werden außerdem Wallboxen mit 3,6 kW.

 

Passt jede Wallbox zu jedem E-Auto?

Im Grunde ja. Kaufinteressenten sollten aber darauf achten, welcher On-Board-Lader im Auto vorhanden ist. Je nach Fahrzeug lädt die Batterie nur über eine Phase – was den Ladevorgang verlängert. Modernere E-Autos integrieren daher zwei- oder dreiphasige On-Board-Lader. Unproblematisch sind mittlerweile die Steckertypen, das Wirrwarr ist weitgehend behoben: In Europa werden Wallboxen standardmäßig mit einem Typ-2-Stecker bestückt, auch bekannt als Mennekes-Stecker.

 

Was kostet eine Wallbox?

Rund 400 Euro müssen für einfache Geräte investiert werden, man kann aber auch bis etwa 2500 Euro ausgeben. Hinzu kommen die Kosten für die Installation durch einen Elektrofachbetrieb: Wer die Ladestation lediglich an einen vorhandenen Drehstromanschluss anschließen lässt, muss ein paar Hundert Euro hinzurechnen. Muss ein Hausanschluss komplett neu verlegt werden, wird es teurer. Unter Umständen gibt es auch Förderungen dafür (etwa als Nebenmaßnahme bei einer energetischen Sanierung im Rahmen des Superbonus).

 

Was sollten man beim Kauf einer Wallbox beachten?

Vor dem Kauf sollten Interessenten klären, wie viel Ladeleistung die Wallbox haben sollte, wo sie installiert wird und ob die Installation überhaupt möglich ist. Es muss unbedingt geprüft werden, ob die Stromleitungen des Hauses das überhaupt zulassen. Gegebenenfalls müssen sie erst aufgerüstet oder neue Leitungen an die gewünschte Ladestelle gelegt werden. Die Wahl der passenden Wallbox hängt vom Einzelfall und den Wünschen ab – manche Modelle etwa lassen sich per Smartphone-App steuern.

 

Wo sollte eine Wallbox installiert werden?

Am besten in der Garage oder dem Carport. Wird sie außen angebracht, sollte die Wallbox wind- und wettergeschützt und keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Das kann unter Umständen bei großer Hitze die Ladeleistung herabsetzen. Ebenfalls wichtig: Mit dem Ladekabel der Box sollte man die Ladebuchse am Auto bequem erreichen können.

Fabian Hoberg

Quelle: Dolomiten-Spezial Bauen - April 2022

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