

Schimmel
Gefährlichen Pilzen die Stirn bieten
Schimmelpilze gedeihen dort, wo sich Feuchtigkeit und organisches Material befinden. Sie benötigen zum Wachstum folgende Bedingungen.
- Hohe Feuchtigkeit: Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent oder kondensiertes Wasser auf Oberflächen.
- Nährstoffe: Schimmel ernährt sich von organischen Materialien wie Tapetenkleber, Holz, Staub.
- Temperatur: Temperaturen zwischen 10 und 30 Grad Celsius sind ideal für das Wachstum vieler Schimmelarten.
Ursachen
Feuchtigkeitsprobleme können auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein.
- Kondenswasserbildung: Besonders an kalten Wänden oder schlecht isolierten Fenstern.
- Baumängel: Eindringende Feuchtigkeit durch undichte Dächer, Risse in der Fassade oder fehlende Abdichtungen im Keller.
- Alltägliche Aktivitäten: Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und sogar die Atemluft erhöhen die Luftfeuchtigkeit.
Gesundheitsrisiken
Schimmel kann die Raumluftqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders gefährlich sind die Sporen, die Schimmel kontinuierlich in die Luft abgibt. Schimmel kann Allergien auslösen (z. B. Atemwegsbeschwerden, Hautreizungen, Hustenanfälle), chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlimmern und bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem zu ernsthaften Infektionen führen. Studien zeigen, dass Menschen, die dauerhaft in schimmelbelasteten Räumen leben, ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen haben. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen und Allergiker. Übrigens: Besonders bei verstecktem Schimmel in Hohlräumen kann die Belastung der Raumluft enorm sein.
Effektive Vorbeugung gegen Schimmel
Eine Kombination aus bewusstem Verhalten und baulichen Maßnahmen ist notwendig, um Schimmel vorzubeugen – Lüften als wichtiger Faktor.
- Stoßlüften: Öffne alle Fenster mehrmals täglich für 5 bis 10 Minuten, um einen vollständigen Luftaustausch zu gewährleisten.
- Querlüften: Schaffe einen Durchzug, damit feuchte Luft schnell nach außen abgeführt wird.
- Wichtig: Vermeide dauerhaft gekippte Fenster, da diese nur wenig Luftaustausch bieten und gleichzeitig die umliegenden Wände auskühlen.
Luftfeuchtigkeit kontrollieren
- Messung: Nutze ein sogenanntes Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit zu überwachen. Ideal sind Werte zwischen 40 und 60 Prozent.
- Feuchtigkeit senken: Nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen die Räume sofort lüften. In besonders feuchten Räumen wie Badezimmern können elektrische Luftentfeuchter hilfreich sein.
Richtig heizen
- Temperatur halten: Räume sollten konstant beheizt werden, auch wenn sie selten genutzt werden.
- Vermeidung kalter Wände: Kalte Oberflächen ziehen Feuchtigkeit an und begünstigen Kondenswasser. Ziel ist eine Raumtemperatur von mindestens 18 Grad Celsius, in Wohnräumen idealerweise zwischen 20 und 22 Grad Celsius.
- Abstand zu Wänden: Stelle Möbelstücke mit mindestens 5 bis 10 Zentimeter Abstand zur Wand auf, damit die Luft frei zirkulieren kann. Besonders Außenwände sind anfällig für Feuchtigkeitsansammlungen.
Bauliche Maßnahmen
- Isolierung verbessern: Schwachstellen wie kalte Außenwände, schlecht gedämmte Fenster und undichte Dachflächen sollten saniert werden.
- Feuchtigkeitssperren einbauen: In Kellern oder Erdgeschossen kann eine Abdichtung der Bodenplatte helfen.
Was tun, wenn Schimmel bereits aufgetreten ist?
- Sichtbare Schimmelspuren entfernen bei kleinen Flächen (bis 0,5 m²): Oberflächen mit Schimmel auf glatten Materialien wie Fliesen kann mit 70-prozentigem Isopropylalkohol oder speziellen Antischimmelmitteln entfernt werden.
- Sicherheit beachten: Trage beim Entfernen des Schimmels immer Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Schutzmaske (FFP2), um den Kontakt mit Schimmelsporen zu minimieren.
- Tiefer gehende Schäden beheben: Schimmel in Tapeten, Gipskarton oder Holz erfordert eine gründliche Sanierung. Befallene Materialien müssen oft vollständig entfernt und erneuert werden.
- Professionelle Unterstützung: Bei großflächigem Befall oder wiederkehrenden Problemen sollte ein Fachmann hinzugezogen werden. Experten können die Ursachen analysieren und nachhaltige Lösungen empfehlen, beispielsweise durch Feuchtigkeitsmessungen oder thermografische Untersuchungen, um betroffene Bereiche präzise zu identifizieren und gezielt zu sanieren.
Mythen über Schimmelbekämpfung
- Kann Schimmel mit Essig entfernt werden? Essig ist nicht immer geeignet, besonders nicht mineralischen Oberflächen wie Putz. Die enthaltene Säure kann den Schimmelpilz sogar fördern.
- Sind trockene Räume sicher vor Schimmel? Auch in vermeintlich trockenen Räumen kann Schimmel auftreten, etwa aufgrund undichter Wasserleitungen oder unbemerkter Wasserschäden.
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