Logo Dolomiten Markt Online NegativeLogo Dolomiten Markt Online
Wohlfühlen hilftWohlfühlen hilft
sturti von Getty Images Signature

Glücklich am Arbeitsplatz

Icon Calendar17.08.2026

Es geht!

Angenehmes Ambiente, mehr Freizeit, mehr Bewegung: Glücklich und effizient am Arbeitsplatz. Mindestens acht Stunden am Tag verbringen die meisten von uns bei der Arbeit. Plus/minus. Die Arbeit nimmt mindestens ein Drittel des Tages in Anspruch. Umso wichtiger, dass beim Job alles stimmt: Arbeitsplatz, Ambiente, Arbeitsklima. Studien zeigen, wer sich wohlfühlt am Arbeitsplatz, ist nicht nur motivierter, sondern leistet auch mehr. Immer mehr Firmen investieren deshalb in Happiness am Arbeitsplatz. Aber das allein reicht nicht. Ohne Wertschätzung geht gar nichts. Und auch wir selbst können etwas dafür tun, um gut in den Arbeitstag zu starten und ihn besser und motivierter zu bestehen.

Feng-Shui, Work-Life-Balance, Ergonomie, Green-Life. Moderne und neu geplante Büros werden heute oft nach diesen Kriterien eingerichtet. Auch in Südtirol gibt es Beispiele dafür, aber kleine Unternehmen tun sich mit solchen Investitionen natürlich schwer. Immer mehr Arbeitgebende werben um kompetente Arbeitskräfte mit dem Stichwort Work-Life-Balance. Andock-Zeit in einem neuen Job. Teambildung-Weekends oder sogar Firmenreisen und dazu das perfekte Arbeitsambiente.

Korrekt beleuchtete Büros, hell, aber nicht weiß blendend, um die Augen am Bildschirm zu schonen. Effizient positionierte Lampen. Wenige, aber funktionelle Möbel aus Naturmaterialien. Ergonomische Bürostühle und höhenverstellbare Schreibtische, um die richtige Höhe für jede Tätigkeit zu finden und die Muskeln zu entspannen. Wohlfühlfarben und inspirierende Blumen-Bilder an den Wänden. Grünpflanzen, die das Raumklima verbessern und Stress abbauen. Wasser- und Teespender, Obstkörbe, Brainfood zum Naschen für zwischendurch. In Großraumbüros eine perfekte Akustik und ausreichend Platz, damit trotzdem jeder Arbeitsplatz ein individueller, geschützter Raum ist. Dazu Zimmer zum Entspannen und Sichzurückziehen, Platz für Teamwork und Kundengespräche. Regelmäßige Pausen und für die Mittagspause ein Saal für Gymnastik, Yoga oder Meditation.

Das perfekte Büro ist für die meisten nur ein Traum

Die Realität der meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Südtirol am Arbeitsplatz entspricht nicht ganz diesem Bild und dennoch: 95,8 Prozent der Südtiroler bis 34 Jahre sind laut einer 2018 veröffentlichten ASTAT-Umfrage ziemlich zufrieden mit ihrer Arbeit. Was braucht es also noch für Happiness am Arbeitsplatz? Ganz wichtig sind die Motivation, eine entsprechende Ausbildung und die Tatsache, genau die Arbeit zu verrichten, die einem am besten liegt und gefällt. Ergonomisch konzipierte Stühle und Schreibtische sollten allerdings ebenso selbstverständlich sein wie eine korrekte Beleuchtung. Ein nach neuesten Erkenntnissen durchgestyltes, perfektes Büro-Interieur ist dann nicht ausschlaggebend. Dies zeigt schon die Tatsache, dass auch wer im Homeoffice arbeitet, nicht unbedingt glücklicher ist als die Kollegen in den Büros.

Auch wenn man schon seit zwanzig Jahren Tag für Tag im selben Büro sitzt, zwischen immer den gleichen Möbeln, die Aktenschränke immer mehr Platz einnehmen und der Raum zum Chillen eine Fata Morgana ist, man kann sich arrangieren. Eine eigene Tischlampe von zu Hause mitbringen, Obst, Getränke und gesunde Snacks ebenso, ein buntes Kissen. Dazu ein paar Fotos, das letzte Kunstwerk der dreijährigen Tochter oder das Bild eines Traumstrandes, eine Grünpflanze usw. helfen, ein angenehmes Ambiente zu schaffen, ebenso wie sich um ein gutes Arbeitsklima mit den Kollegen zu bemühen. Ein paar nette Worte und Gesten, die richtige Balance zwischen freundlich, interessiert und nicht zu intim.

Eigentlich fängt Happiness am Arbeitsplatz schon im Bett an. Wie starte ich in den Tag? Vom Wecker in der letzten Minute aus dem Schlaf gerissen, hektisch sich fertig machen, ohne Frühstück aus dem Haus stürzen mit dem Gedanken, hoffentlich komme ich nicht zu spät zur Morgenbesprechung?

Wie wäre es, den Wecker eine halbe Stunde früher zu stellen, sich eine Viertelstunde Zeit zu nehmen, um ein paar Seiten zu lesen (nicht am Handy), mit den Kindern rumzualbern, eine Viertelstunde Yoga zu machen oder zu joggen, eine Wohlfühldusche zu nehmen und dann in Ruhe zu frühstücken und zehn Minuten früher aus dem Haus zu gehen. Das klappt nicht nur für Lerchen, Eulen kostet es einen Monat Training, danach wird es fast selbstverständlich. Dreißig Minuten länger im Bett machen uns nicht frischer, wenn wir außer Atem bei der Arbeit ankommen und bereits ab dem Aufstehen unter Stress stehen.

Lieber früh oder lieber spät?

Apropos Lerchen und Eulen. Das ist tatsächlich ein Problem, das dem Glück am Arbeitsplatz im Weg stehen kann. Wer am liebsten mit den Hühnern aufwacht und am frühen Morgen vor Energie nur so sprüht, sollte Gelegenheit haben, dies auch in seinem Arbeitsleben umzusetzen und schon um 6.30 oder 7 Uhr mit der Arbeit loslegen können. Umgekehrt gilt für Eulen: Wer sich morgens schwertut und erst später so richtig in Gang kommt, wäre dankbar, statt um 8 Uhr erst um 9.30 Uhr zu beginnen und dafür am Abend länger zu bleiben. In Deutschland passen sich immer mehr Arbeitgebende dem Biorhythmus ihrer Angestellten an. Die Ergebnisse zeigen, es zahlt sich aus!

Ein weiterer Glücksfaktor im Arbeitsleben ist die Organisation. Wer seinen Tag gut und angemessen strukturiert, sich nicht überfordert, die unangenehmen Dinge zuerst erledigt und sich anschließend dem widmet, das leicht von der Hand geht und Spaß macht, wird den ganzen Tag über besser gelaunt und motivierter am Arbeitsplatz sitzen.

Egal ob im Büro oder im Homeoffice: Regelmäßige Bewegung wie zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Stundenlang sitzen tut nicht gut. Wer alle paar Stunden aufsteht und ein paar Dehnungsübungen macht, ist weniger verspannt und kann danach umso konzentrierter weiterarbeiten. Und warum nicht: Machen Sie es doch zusammen mit den Kollegen. Treppen zu steigen, in der Mittagspause spazieren zu gehen, Walking-Meetings abzuhalten, im Gehen zu brainstormen, entspannt die Muskeln, sorgt für bessere Durchblutung und ist ein weiteres Rezept für Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Wir können besser denken, uns besser konzentrieren und sind leistungsfähiger und riskieren weniger Rücken- und Nackenschmerzen.

Weniger ist oft mehr

Interessant ist auch das Resultat einer am 20. November 2024 vorgestellten, sechsmonatigen Studie der Universität Münster in Zusammenarbeit mit einem Berliner Beratungsunternehmen. Demnach sind bei einer Reduzierung auf die 4-Tage-Woche mit gleichbleibendem Gehalt Produktivität, Umsatz und Gewinn leicht angestiegen. Gleichzeitig nahmen Anzahl und Länge der Meetings ab, Prozesse wurden optimiert. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in diesen Test eingebunden waren, bestätigten eine signifikante Verbesserung ihrer physischen und psychischen Gesundheit. Ihre Smartwatch zeichnete weniger Stressminuten auf und es meldeten sich weniger krank als jene der 5 Tage arbeitenden Kontrollgruppe. Der Großteil der 41 beteiligten Firmen aus den Bereichen Beratung und Dienstleistungen, Fertigung, soziale Dienste, IT und Medien beschäftigte zwischen 10 und 49 Mitarbeitende, 14 Prozent hatten mehr als 250 Mitarbeitende.

Und wann stehst du morgen früh auf?

© Alle Rechte vorbehalten